Samstag, 18.05.2002
Heute ist ein seltsamer Tag. Es regnet.
Die Sinnlosigkeit des gesamten Daseins wird mir erneut bewusst. Mir geht es schlecht, seit längerem wieder einmal. Mein Körper verhält sich, als wäre er mein Feind. Er plagt mich mit Erkältungsbeschwerden und Migräne. Und mein Kopf beginnt Dinge zu beschließen, über die mein Bewusstsein noch nicht wirklich nachgedacht hat. Ich fühle mich mehr denn je zweigeteilt... geteilt in Hoffnung und Frustration, in Tapferkeit und Furcht.
Ich verspüre das Gefühl mich entscheiden zu müssen.
Sonntag, 19.05.2002
Das Wetter bessert sich nicht: kalter Wind weht tote Blätter durch die Luft. Wie ein solches fühle ich mich jetzt.
Dinge, die mich früher glücklich machten, tragen nun nur noch zur Stundenweisen Erheiterung meines Gemütes bei. Dazu zählen Sex und Drogen. Das habe ich in dieser Nacht wieder einmal bemerkt. Ich grüße alle, die wissen, warum sie Leben.
Montag, 20.05.2002
Mir ist kalt.
Und ich habe mich entschieden, meine Einsamkeit mehr denn je auszkosten.
Ich beneide all die jenigen, die das mit Genuss tuen, denn ich verabscheue diese Gewissheit...
"WE HATE LOVE - WE LOVE HATE" Marilyn Manson
Dienstag, 21.05.2002
... Und wieder sitze ich hier... allein...
Ich kann nicht mehr... will nicht mehr...
Ich lebe, um zu schlafen, schlafe um zu vergessen, um zu träumen... um dieser grausamen Welt zu entfliehen. Mehr und mehr bemerke ich, dass ich viel zu schwach bin, um in dieser Welt leben zu können... existieren zu können.
Mittwoch, 22.05.2002
Langsam begrüßt uns der Sommer.
Heute war ich spazieren... allein.
Und ich saß auf einer Bank... allein. Ich habe geraucht, Wein getrunken und gewartet.
Ich habe ein Kind lachen gehört... und es hat mir Angst gemacht, schrecklich Angst.
Und es hat mich zum weinen gebracht, wiedereinmal. Ich vermisse es, dieses unbeschwerte Lachen, diese kindliche Zufriedenheit - wo ist sie geblieben? Warum bin ich ich?
... ich habe viel zu viele Tränen vergossen...
Donnerstag, 23.05.2002
Ich bin schwach... und ich hasse es, schwach zu sein.
Heute wollte ich mir das Leben nehmen... alles beenden. Doch nicht einmal dazu bin ich im Stande.
Ich hasse es.
Freitag, 24.05.2002
Die Einsamkeit lässt mich verkommen...
Es ist, als würde sich ein Wurm, ein Parasit, durch deinen Körper winden, er lässt dich leiden, verkümmern, macht dich krank. Doch töten wird er dich nie.
Es ist, als würden tausende rostige Nadeln in deiner Haut stecken... und sobald du auch nur an eine denkst, beginnt jede, der daraus hervorgegangenen Wunden, zu schmerzen...
"NUR KEINEN SCHMERZ ZEIGEN" Goethes Erben
Samstag, 25.05.2002
Ich gehe unter Menschen und spüre deren Blicke, spüre, wie sie auf mir ruhen, wie sie mich betrachten... wie sie mich verachten.
Ich sollte versuchen mich zurück zu ziehen, versuchen Kontakte abzubrechen. Doch sobald ich beginne, daran zu denken, wird mir bewusst, dass ich es nicht kann. Allein sein...
Sonntag, 26.05.2002
Die Sonne scheint...
weiße Schleierwolken durchziehen den blauen Himmel...
ein leichter Windzug lässt dünne Grashalme tanzen...
Schmetterlinge flattern scheinbar aus purer Wollust umher...
... und ich bin inmitten dieser Schönheit und denke zurück ...
Montag, 27.05.2002
Nun... was soll ich sagen? Mein Leben scheint nun völlig aus den Bahnen geraten zu sein. Durch die Drogen scheine ich jeden Blick für das Wesentliche zu verlieren... doch warum sollte ich etwas daran ändern?
Es ist... als würde man eine unsichtbare Gestalt in mitten tausender Menschen sein... sie ziehen an einem vorüber, ohne Notiz von der eigenen Person zu nehemen. Sie unterhalten sich, streiten sich, lieben sich, hassen sich... und man selbst bleibt unsichtbar und unwichtig, egal wie laut man schreit ...
Dienstag, 28.05.2002
Warum darf ich nicht glücklich sein...?
Mittwoch, 29.05.2002
Meine Träume beginnen wieder. Die Einsamkeit treibt sie in mein Hirn.
Nacht für Nacht spüre ich die Zuneigung und das Verlangen anderer Menschen... doch Träume sind Träume... und bleiben Träume.
Donnerstag, 30.05.2002
"Ignoranz."
"Für wen?"
"Für mich..."
"...für andere"
"Für mich."
"Warum?"
"Aus Trotz?! Als Beweis für die eigene Unzufriedenheit?!"
"Womit?"
"Mit mir..."
"Warum? Suche nach Mitleid? Nach Aufmerksamkeit?"
"Wahrscheinlich."
"Wieso wahrscheinlich?"
"Unsicherheit..."
"Wie so oft?"
"Wie so oft..."
"Wie so oft."
"Warum ändert sich nichts? Warum?"
"Warum änderst du dich immer?"
"Um zufrieden zu sein... irgendwann..."
"Mit dir?"
"Mit mir."
Freitag, 30.05.2002
Es gibt nichts mehr zu entdecken...
Sonntag, 23.06.2002
Es ist viel Zeit vergangen. Doch es ist nichts passiert. Nichts hat sich geändert.
Ich habe nur einen wieteren Menschen verloren. (Was ist mit dir Amarula?)
Doch die Gleichgültigkeit streift mein Denken und Handeln.
Plötzlich bin ich das, was ich immer sein wolte ...
Ich bin allein.
Ich bin abhängig.
Ich bin schwach.
Damals glaubte ich noch, jemand würde mir zu Hilfe kommen, doch heute wieß ich es besser.
Montag, 24.06.2002
Man sagt mir, ich solle mich nicht an andere Mensche klammern, solle mich nicht unterwerfen, mich nicht abhängig machen...
Doch woran soll ich mich sonst festhalten...?
"WHEN YOU WANT IT
GOES AWAY TO FAST
WHEN YOU HATE IT
ALWAYS SEEMS TO LAST" Mr. Marilyn Manson
Dienstag, 25.06.2002
... Und wieder ist mir klar geworden, dass mir jede intime Beziehung schadet. Die Menschen verletzten mich, lachen über mich, hassen mich...
Und ich habe erkannt, dass es nicht weiterbringt, sich zu öffnen.
Wer will es hören?
Wer hört es richtig?
Wer versteht es richtig?
Wer geht richtig damit um?
Ich hasse mich und das Leben. Mich und mein Leben.
"BUT IF GOD WAS ALIVE; HE WOULD HATE YOU ANYWAY" M. Manson
Mittwoch, 26.06.2002
Eine Endtäuschung folgt auf die nächste. Ich wollte mir zusammen mit einem alten Freund einen Wunsch erfüllen (auf die alten Zeiten...)
Und nun? Ich sitze wiederum allein hier. Ich wurde vergessen. Übersehen. Wie so oft.
Und wiedereinmal habe ich es bemerkt: Je mehr Vorfreude man gegenüber einem Erignis empfindet, desto größer wird die Chance, dass man von jenem Ereignis extrem endtäuscht wird.
Donnerstag, 27.06.2002
Ich wurde gefragt, warum ich so denke... ob wirklich alles in meinem Leben so negativ sei.
Warum soll ich mich rechtfertigen?
Denn: Warum sollte ich lügen?
Freitag, 28.06.2002
Mir ist ein Gedanke gekommen.
Erneut scheint mir alles klarer, wenn auch nur auf tämporäer Basis.
Es ist, als würde man im Vorbeigehen ein Nachricht aufschnappen, als hätte man nur kurz von einer Mitteilung notiz genommen, als hätte man erst nachher deren Ausmaße, Tiefgründigkeit und Wichtigkeit durchschaut.
Ich dachte:
Vielleicht sollte es gar nicht besser werden...
Vielleicht will ich nicht, dass sich etwas bessert...
Samstag, 29.06.2002
Nun habe ich den letzten Menschen verloren, in dessen Leben ich etwas bedeutet habe.
Aus irgendeinem Grund scheine ich das Talent zu haben, alle Menschen in meiner Umgebung unwillentlich zu verletzen.
Ich habe Angst. Vor der Zukunft. Vor mir.
...
Als ich hier zu schreiben begann, dachte ich, ich würde Einsamkeit empfinden.
Doch das, was nun ist, ist größer und stärker, gewaltiger und beängstigender, als irgendetwas, dass ich in der letzten Zeit gespürt habe.
Und scheinbar viel zu spät, und doch klarer als zuvor, kommt sie, sie, die Erkentniss... und mir wird bewusst, dass es mit jedem Tag unerträglicher wird...
Es scheint so, als könne man etwas dagegen tuen, doch in Wirklichkeit wird die Welt um einen herum immer schwärzer und jedes Entgegenhandeln fungiert nur als Verzögerung des Heranschreitens der unaufhaltbaren Apokalypse.
Freitag, 05.07.2002
Ich habe wieder Hoffnung gefasst.
Vielleicht auch nur deswegen, weil ein Leben sonst nicht mehr möglich gewesen wäre...
Was wird nun?
Scheinbare Wendepunkte gab es in meinem Leben genügend... der Trott holte mich immer und immer wieder auf den alten Weg zurück.
Und jetzt?
Zweifel kommen in mir auf, wenn ich daran denke, dass ich stark sein muss.
Für was?
Für wen?
Sonntag, 21.07.2002
Gestern Abend erhielt ich einen Anruf. Ein alter Bekannter hat sich den ersten Schuss gesetzt. Ich kann an nichts anderes mehr denken... es wühlt mich auf, macht mich fertig... doch das seltsamste Gefühl ist wohl jene Spur von Neid, die ich empfinde.
Er weiß nun wie es ist ...
">HEROIN< SHE SAID, >WAS THE BEST I HAD... NO MORE MOUNTAINS LEFT TO CLIMB.<" Wolfsheim
Montag, 22.07.2002
Nun wird mir bewusst, dass ich ... den Bezug zur >Realität< irgendwie verloren habe. Mein Leben ähnelt mehr und mehr einem Traum. Alles dreht sich nur um eine Sache. Nichts anderes macht mehr wirklich Sinn. Nichts anderes ruft jene innere Zufriedenheit hervor... nichts anderes macht mich mehr glücklich.
Es ist einer jener Träume, aus denen man schreiend aufwacht, einer jener Träume, die einen kalten Schauer über den Rücken gleiten lassen, wenn man auch nur daran zurück denkt, einer jener Träume, nach denen man froh ist, wieder in seinem Bett liegen zu können.
Doch das Schlimmste ist wohl, dass dieser Traum, den ich nun lebe, kein wirkliches Ende hat...
Dienstag, 23.07.2002
Ich spiele Tag für Tag einen anderen Menschen und hoffe dadurch irgend etwas verbessern zu können...
Misstrauen, Angst, Neid und Hass dominieren meine Gedanken.
Tag für Tag erkenne ich neu, dass nicht ich das bin, was ich jetzt bin...
Doch wer bin ich?
Mittwoch, 24.07.2002
Woche für Woche wird mir bewusst, dass es so nicht weiter gehen kann ... nicht weiter gehen darf.
Und doch ist jede Woche wie die Vorangegangene und jeder Tag wie der Kommende.
Sonntag, 11.08.2002
Alles schien besser zu werden...
Doch nun bin ich aufgewacht, habe erkannt, dass Schein und Sein nicht wirklich weit auseinander liegen.
"I HATE MYSELF AND I WANT TO DIE" Kurt Cobain
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Samstag, 28.10.2002
Es hat sich alles verändert...
Ich bin in nun psychischer Behandlung.
ich muss Herr über meine Probleme werden
ich muss Hoffnung schöpfen, um wieder Gefallen am Leben zu finden
ich muss mir ein Ziel setzten, um glücklich zu werden
müssen...
etwas unter Zwang tun...
ich muss den Willen haben, mein leben zu verändern
ich muss bereit sein Kompromisse einzugehen
ich muss ehrlich sein
... doch ob ich das alles will, danach fragt keiner
ich muss es wollen
Sonntag, 29.10.2002
Nun... was soll ich sagen...?
Ich bin müde...
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